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Publikumsvortrag in der Senevita Residenz Multengut, Muri b. Bern

Letzten Dienstag, 28.5.2019, hat Dr. med. univ. Mihaly Belak, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, ein breites Publikum für das Thema der 24-Stunden Blutdruckmessung und Cholesterin begeistert. Seinen Schwerpunkt legte er auf die Diagnostik des Bluthochdrucks. Er berät gerne auch neue Patientinnen und Patienten in der Muri Arztpraxis.

Wir danken dem Geschäftsführer, Markus Näf der Senevita Residez Multengut für seine Gastfreundschaft. Beim anschliessenden Apéro hat das Ärzte-Team die persönlichen Fragen der Teilnehmenden ausführlich beantwortet.

Mehr: www.muri-arztpraxis.ch

Zusammenfassung des Vortrags

Bluthochdruck: Dipper – Non-Dipper – Reverse-Dipper?
Artikel von Dr. med. Mihály Belák, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin

 Wie kann man den Dipping-Status feststellen?
Mit einer sogenannten ABDM (ambulatorische 24-Stunden-Blutdruckmessung) kann man, mit Hilfe eines kleinen tragbaren Messgerätes innerhalb von 24 Stunden (bzw. 48 Std.) bis zu 72-144 Blutdruckwerte sammeln und anschließend auswerten. Der Aussagekraft dieser umfangreichen Messung – mit durchschnittlichen Tages- und Nachtwerten und anderen auswertbaren Daten – liegt naturgemäß viel höher als die ein- oder mehrmalige Messung in der Praxis oder Zuhause. (Tabelle 1).

In der Auswertung werden die Patienten bezüglich ihres Dipping-Status und Blutdruck eingeteilt:
Dipper, Non-Dipper oder Reverse-Dipper mit normalem Blutdruck oder mit Bluthochdruck.


Was ist die Signifikanz? (diagnostische Bedeutung)

Die korrekte Typisierung eines Bluthochdruck-Patienten bezüglich Dipping Status, ist medizinisch von grosser Relevanz. Erst durch die 24-Stunden-Blutdruckmessung ist der behandelnde Arzt in der Lage, den Patienten umfänglich zu beraten und entweder die entsprechende adäquate medikamentöse oder auch nicht-medikamentöse Therapie einzuleiten.

Blutdrucksenkung im Schlaf (Dipper) ist normal und man kann es sowohl bei Patienten mit normalem Blutdruck, als auch bei Patienten mit Bluthochdruck (ohne Hintergrundkrankheit) beobachten.

Demgegenüber sind sowohl der Non- als auch Reverse-Dipping Status immer pathologisch und verlangen nach einer Ursachenforschung. Mögliche Auslöser können u.a. folgende Krankheiten sein: Nierenarterien-Verengung (Stenose), Niereninsuffizienz, Nebennieren-Tumor, Zuckerkrankheit (Diabetes), Parkinson-Krankheit, Atementzug im Schlaf (Schlaf-Apnoe), Reflux-Erkrankungen oder Schwangerschafts-Bluthochdruck. Zudem lassen sich aus der Analyse der ABDM Daten relevante Schlüsse auf ein mögliches Herzinfarkt- oder Schlaganfall-Risiko ziehen. Daher ist bei den Non-Dipper/Reverse-Dipper-Patienten eine medikamentöse oder nicht-medikamentöse Therapie immer erforderlich, manche Veränderungen sind sogar – auch wenn in Ausnahmefällen – heilbar.

Eine andere wichtige Bedeutung liegt im Erkennen des sogenannte Weisskittel-Hypertonus. Dabei liegen die Blutdruckwerte beim Arztbesuch aufgrund der damit verbundenen Stresssituation immer höher, als die, die Zuhause gemessen werden. Durch Nichterkennen dieses Phänomens nehmen weltweit unzählige Patienten regelmässig, in grosser Zahl, blutdrucksenkende Medikamente, obwohl sie diese gar nicht benötigen. Die schwerwiegende Entscheidung lebenslang Medikamente einzunehmen, sollte daher auf zuverlässigen, sorgfältig analysierten Durchschnittswerten und nicht auf einzelnen Messungen basieren.

Artikel von Dr. med. univ. Mihaly Belak
Facharzt für Allgemeine Innere Medizin
Muri Arztpraxis
Graffenriedstr. 1
3074 Muri b. Bern
t 031 951 53 55

www.muri-arztpraxis.ch

 

 

Cornelia Ryf

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